Herzenssache Biologie: 10. Klasse erforscht das Herz-Kreislauf-System

Wie fühlt sich ein echtes Herz an? Wie arbeitet der Motor unseres Körpers unter Belastung? Diesen und weiteren Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b im Rahmen des Biologieunterrichts hautnah anhand von Schweineherzen auf den Grund. Nachdem erste Berührungsängste und Ekel überwunden waren, machten sich die Schülerinnen und Schüler mit Schere und Skalpell daran, das komplexe Organ zu erkunden. Unter Anleitung untersuchten sie zunächst äußere Strukturen und den Verlauf der Hohlvenen und Körperarterien sowie der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, bevor es durch präzise Schnitte tief in das Innere des Herzens ging. Der Blick auf Herzklappen und Herzkammern verdeutlichte eindrucksvoll die mechanische Meisterleistung, die unser Herz vollbringt.
Dass Biologie auch eine technische Seite hat, zeigte der zweite Teil der Unterrichtsreihe: die Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG). Anstatt nur auf Daten einer Präsentation zu starren, legten die Schülerinnen und Schüler selbst Hand an. Sie platzierten Sensoren am eigenen Körper und zeichneten sowohl Ruhe- als auch Belastungs-EKGs auf. Der spannende Moment: Der direkte Vergleich. Wie verändert sich der charakteristische Kurvenverlauf, wenn der Körper unter Anstrengung mehr Sauerstoff benötigt? Die Analyse der EKG-Kurven machte die unsichtbaren elektrischen Impulse, die unseren Herzschlag steuern, für alle sichtbar und verständlich.
Durch die Verbindung von anatomischer Präzisionsarbeit und moderner Medizintechnik konnten die Zehntklässler ein tiefes Verständnis für das Herz-Kreislauf-System im eigenen Körper gewinnen – und wer weiß, vielleicht hat dieses Projekt bei dem einen oder der anderen sogar das Interesse für eine berufliche Zukunft in der Medizin oder Forschung geweckt.

Thomas Limmer