Burkhart-Gymnasium
Mallersdorf-Pfaffenberg
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Die Spannung stand vielen ins Gesicht geschrieben, als sich in den frühen Morgenstunden des 13.3.2007 16 Zehntklässlerinnen und Zehntklässler am Flughafen in München trafen. Begleitet von ihren Lehrerinnen StRin Ricarda Krawczak und StRin z.A. Karin Runze sollten sie für drei Wochen nach South Carolina, USA, fliegen, um am Austauschprogramm des Burkhart-Gymnasiums mit der Airport High School in Columbia teilzunehmen.
Dieses Programm besteht bereits seit 1996/97. Die Kontinuität des Austauschprogramms war nach dem überraschenden Tod der amerikanischen Deutschlehrerin Anita Davis zwischenzeitlich unsicher gewesen. Nun konnte es zum ersten Mal seit 2004 wieder aufgenommen werden.
Erster Stopp war Atlanta, Georgia. Nachdem wir die langwierigen Sicherheitskontrollen und Einreiseformalitäten hinter uns gebracht hatten, konnten wir eine „richtige" amerikanische Großstadt erleben, wie sie einem aus vielen Filmen vertraut ist: Atlanta, wo 1996 die 26. Olympischen Sommerspiele stattfanden, hat eine beeindruckenden Skyline und ist Sitz vieler großer Unternehmen. Wir besuchten zunächst den Hauptsitz des weltweiten Nachrichtensenders CNN, das interaktive Museum der Coca Cola Company (mit der Möglichkeit über 70 Getränke aus dem Sortiment des Unternehmen zu probieren), und anschließend den Martin Luther King Memorial District. Hier konnten wir in einer Ausstellung mehr über das Leben des berühmten schwarzen Bürgerrechtlers erfahren, der 1929 in Atlanta geboren wurde und dort in der Ebenezer Baptist Church predigte, sowie sein Geburtshaus und sein Grab besichtigen. Gestärkt mit einem Abendessen im Hard Rock Cafe fuhren wir ins Hotel am Flughafen zurück - und zwar gerade noch rechtzeitig, denn hier konnten wir aus sicherer Entfernung auf den Fernsehschirmen verfolgen, wie in der Innenstadt Atlantas ein Tornado wütete und dabei auch Gebäude, die wir tagsüber besichtigt hatten, beschädigte.
Am nächsten Tag flogen wir dann, unbehelligt von den Auswirkungen des Tornados, weiter nach Columbia, wo wir am Flughafen von den amerikanischen Austauschschülern, ihren Familien und der an der Airport High School für das Programm zuständigen Deutschlehrerin Nicole Shirk sehr herzlich empfangen wurden.
Der Schulbesuch begann für uns am Montag, den 17.3., mit der Ausstellung von Ausweisen, die jeder Schüler bzw. Lehrer der High School während seines Aufenthalts am Schulgelände immer sichtbar um den Hals tragen muss, und der Begrüßung durch den Schulleiter, Herrn Frank Jovanelly. In den folgenden Wochen begleiteten die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre amerikanischen Partner in den Unterricht und lernten so das Leben an einer amerikanischen High School und ein Schulsystem, das sich teilweise vom deutschen sehr stark unterscheidet, kennen.
Die Airport High School ist eine ganztägige Gesamtschule mit über 1500 Schülern, denen ganz unterschiedliche Kurse angeboten werden. Jeder Schultag beginnt mit einem Treueeid auf die Nation. Täglich wird über Nachrichten, die das Schulleben betreffen, z.B. die Erfolge der verschiedenen Sportmannschaften, auf dem schuleigenen Fernsehkanal berichtet.
Der Unterricht in den Fremdsprachen Spanisch, Französisch, Deutsch und Latein, in den Naturwissenschaften oder in englischer Literatur ist weitgehend mit dem deutschen Unterricht vergleichbar. Gleichzeitig gibt es aber auch für Deutsche sehr ungewöhnliche Fächer wie z.B. „Colision Repair" (Reparaturarbeiten), „Cosmotology" (Frisuren und Kosmetik) oder „Service Learning" (Dienstleistungen und Botengänge für die Schulverwaltung). „JROTC" (Vorbereitungskurs auf die Armee). Die Schüler aus Mallersdorf-Pfaffenberg hatten die Möglichkeit, viele verschiedene Kurse zu besuchen und so sehr interessante Einblicke in das amerikanische Schulsystem zu gewinnen. Sie selbst unterstützten Frau Shirk im Deutschunterricht, indem sie u.A. Referate über Aspekte der deutschen Landeskunde hielten und wirkten so als Botschafter Bayerns und Deutschlands in South Carolina.
Natürlich konnten auch wir auf verschiedenen Exkursionen nach Schulschluss oder am Wochenende den Bundesstaat South Carolina näher kennen lernen. So besichtigten wir das State House in Columbia (den Regierungssitz von South Carolina) und wurden dort von Senator Setzler offiziell begrüßt und seinen Amtskollegen, die sich für die Senatssitzung versammelt hatten, vorgestellt. Auch ein Besuch im Vergnügungspark Carowinds, der bekannt ist für seine schwindelerregenden Achterbahnen, und im Zoo von Columbia stand auf dem Programm. Außerdem verbrachten wir ein Wochenende auf einer Hütte in den Bergen im Norden South Carolinas, wo Deutsche und Amerikaner nachts am Lagerfeuer gemeinsam Marshmallows rösteten.

Ein Höhepunkt war für viele der deutschen Schüler sicherlich die Fahrt nach Charleston gemeinsam mit ihrer Gastfamilie. Charleston gehört zu den ältesten und schönsten Städten der USA, es liegt direkt am Meer und verfügt über eine reichhaltige Geschichte. So begann hier z.B. 1861 der amerikanische Bürgerkrieg.
Kurz vor der Heimreise luden dann die Mallersdorfer Schüler ihre Gastfamilien noch zu einem bayerisch-deutschen Abend an der Airport High School ein. In Lederhosen und Dirndl stellten sie bayerische Kultur und Bräuche sowie das Burkhart-Gymnasium vor. Die amerikanischen Austauschpartner mussten in Spielen ihre bairischen Sprachkenntnisse und ihr landeskundliches Wissen über Deutschland unter Beweis stellen. Darüber hinaus verlas Richard N. Myers, zweiter Bürgermeister der Stadt Cayce, eine Urkunde der Stadtverwaltung, in der der 4. April 2008 als Tag zu Ehren des Austauschprogramms zwischen den beiden Schulen erklärt wurde. In Cayce leben viele Schüler der Airport High School und außerdem spielten deutsche Auswanderer in der Stadtgeschichte eine prägende Rolle.
Schließlich wurden bayerische Volkstänze aufgeführt und die Amerikaner zum Mittanzen eingeladen. Das folgende gesellige Beisammensein mit bayerischen und deutschen Speisen stellte eine gelungene Abschiedsfeier dar.
In den drei Wochen in South Carolina hatte jeder nicht nur viel über das Land und seine Bewohner, sondern auch etwas über sich selbst gelernt. Der Abschied am Flughafen von Columbia fiel daher recht tränenreich aus. Einige konnten sich nur mit dem Gedanken auf den Gegenbesuch der Amerikaner trösten, der vom 15.6. bis zum 5.7. stattfinden wird.
StRin Karin Runze, StRin Ricarda Krawczak
