Burkhart-Gymnasium
Mallersdorf-Pfaffenberg
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Schüler des Burkhart-Gymnasiums zu Besuch in Paris
Wieder einmal bot sich Schülerinnen und Schülern des Burkhart-Gymnasiums Mallersdorf die Gelegenheit, eine Woche lang als Gast in einer Pariser Familie Gewohnheiten und Lebensstil der französischen Nachbarn kennen zu lernen und die im Unterricht erworbenen Sprachkenntnisse in konkreten Situationen anzuwenden und zu erweitern; sie konnten bedeutende Pariser Baudenkmäler und berühmte Kunstwerke aus unmittelbarer Nähe auf sich wirken zu lassen; vor allem aber hatten sie die Möglichkeit, freundschaftliche Kontakte, die während des Besuchs der französischen Partner in Niederbayern Mitte Mai geknüpft worden sind, zu festigen.
Am Samstag, den 25. September, kletterten frühmorgens um sieben siebzehn noch etwas verschlafene Schülerinnen und Schüler des Burkhart-Gymnasiums und ihre beiden Begleiter
OStR Aumer und StRin Glöckel am Gare de l'Est aus dem Nachtzug München-Paris. Auf dem Bahnsteig standen bereits die französischen Brieffreunde mit ihren Eltern, um die Gäste aus Bayern herzlich in Empfang zu nehmen. In aller Eile traf man einige Absprachen zur Organisation des Wochenendes in den Gastfamilien, und schon zerstreute sich die Gruppe.
Die Schüler und ihre Begleiter trafen sich am Montagmorgen um 8.15 Uhr vor dem Direktorat des Partnergymnasiums Saint Michel de Picpus wieder. Dort warteten Mme Diwo, die das Programm für den Aufenthalt der Deutschen in Paris geplant und organisiert hat, und der Schulleiter M. Balmand, der die Gruppe mit sehr herzlichen Worten begrüßte und dabei einmal mehr seine Freude über das langjährige Bestehen des Austausches mit dem Burkhart-Gymnasium betonte. Er versicherte, alles tun zu wollen, was in seiner Macht steht, um die guten Beziehungen zwischen den beiden Gymnasien zu erhalten, und forderte die Schülerinnen und Schüler auf, auch ihrerseits einen Beitrag zum Fortbestand dieser gewachsenen Partnerschaft zu leisten. Im weiteren Verlauf des Vormittags nahmen die Mallersdorfer Gymnasiasten am Unterricht ihrer Brieffreunde teil und erhielten so einen Einblick in den französischen Schulalltag. Mittags konnten sie sich dann von der Qualität der Kantine ihrer Partnerschule überzeugen.
Nach dem Mittagessen mussten die jungen Franzosen zurück in ihre Klassenzimmer; die Deutschen durften sich darauf freuen, von der Kunsthistorikerin Mme Robinson durch den Louvre geführt zu werden. Erschöpft und hungrig kehrten sie am späten Nachmittag an die Partnerschule zurück, wo sie sich schon wenig später - zusammen mit ihren französischen Freunden sowie Austauschschülern aus Berlin und deren Gastgebern - auf ein kaltes Buffet stürzen konnten. Liebevoll hatte der Koch das Essen auf die deutsch-französische Begegnung ausgerichtet: Brezeln und Baguette, Würstl, Eisbein, Kraut und Quiches, Streuselkuchen und Clafoutis. Der sich anschließende „Verdauungsspaziergang" führte zur Tour Montparnasse, einem 210 Meter hohen Turm, der den Schülern einen großartigen Blick über das nächtliche Paris hätte bieten sollen. Leider minderten ausgerechnet an diesem Abend vorbeiziehende Nebelschwaden die Sicht. Man nahm's jedoch gelassen und freute sich umso mehr darüber, kurz durch den Nebel schimmernde Bauten zu erkennen und benennen zu können.
Der Dienstag stand ganz im Zeichen Ludwigs XIV. Zusammen mit ihren französischen Partnern, die eigens für diese Exkursion vom Unterricht befreit waren, erkundeten die Mallersdorfer Schüler das Schloss und die Gärten von Versailles.

Am Mittwochvormittag trat, zur Freude aller, noch einmal Mme Robinson auf den Plan, dieses Mal für eine Führung durch das Musée Picasso. Anschließend stellte Mme Diwo das in seiner Ursprünglichkeit weitgehend erhaltene Marais-Viertel vor. Am Nachmittag hatten die Schüler dann noch einmal Gelegenheit zu einer gemeinsamen Unternehmung mit ihren Austauschpartnern, da - Folge der Trennung von Staat und Kirche in Frankreich - der Mittwochnachmittag unterrichtsfrei ist.
Als besonders reich an Programmpunkten erwies sich der Donnerstag. Zu einer für Franzosen ungewohnt frühen Stunde, sprich um 7.30 Uhr (also eine Stunde vor Unterrichtsbeginn) machte sich die Gruppe der Mallersdorfer auf zum Besuch des französischen Parlaments, der Assemblée Nationale. Eine übersetzte Führung erläuterte sowohl das Gebäude als auch das politische Leben, das sich darin abspielt. Danach ging es zu einem architektonischen Meisterwerk der Ära Mitterand, der Arche de la Défense. Von der obersten Plattform dieses gigantischen Bauwerks aus sahen die Schüler nun bei Tag, was sie Montagnacht wegen des Nebels nur hatten erahnen können.
Am Nachmittag standen dann gleich zwei Ausstellungen auf dem Programm. Zuerst wurde in der Cartier-Stiftung für moderne Kunst eine Ausstellung besichtigt, die zwei typisch französische Bereiche zu verbinden sucht: Brot und Haute Couture. Bäcker haben mit ihren Produkten und Werkzeugen Kreationen des Modeschöpfers Jean Paul Gaultier fantasievoll nachgebildet. Einen starken Kontrast dazu stellte die zweite Ausstellung dar, in der an die Befreiung der Stadt Paris von der deutschen Besatzung vor sechzig Jahren erinnert wird.
Nach der Fülle an Informationen zu Kunst und Architektur, Politik und Geschichte fand der Tag einen eher touristischen Ausklang. Bei einer nächtlichen Bootsfahrt auf der Seine durften sich alle entspannen.
Der letzte Tag in Frankreichs Metropole begann mit einer Besichtigung der Garnier-Oper und endete am Nachmittag mit einem Gang durch die berühmten Pariser Passagen, über die, wie's der Zufall will, die Wochenzeitung „Die Zeit" erst zwei Tage zuvor einen interessanten Artikel veröffentlicht hatte.
Am späten Freitagabend endete - viel zu früh für alle - eine streckenweise vielleicht etwas anstrengende, aber gewiss wunderschöne Woche. Gerade das nicht enden wollende Abschiednehmen auf dem Bahnsteig zeigt, dass ein solch gelungener Austausch durchaus seinen Beitrag zu einem guten deutsch-französischen Verhältnis zu leisten vermag.
OStR H. Aumer
StRin C. Glöckel