Kammerkonzerte 2010
Kammerkonzert der Unterstufe am BGM

 

Rund 200 Besucher fühlten sich am vergangenen Donnerstag Abend wie in der bekannten Fernsehshow „Wetten dass...?”als sie mit dem „Te Deum” also der Eurovisionsmusik, gespielt von den Streicherklassen fünf und sechs, empfangen wurden. Allerdings trat nicht Thomas Gottschalk mit seinen prominenten Gästen und spektakulären Wetten auf die Bühne, sondern OStR Diegritz, der das Publikum begrüßte und das zusammen mit seinen Kollegen StD Justwan und StD Ottowitz einstudierte Programm vorstellte. Die Streicherklasse aus der fünften Jahrgangsstufe übernahm anschließend wieder das Zepter und zeigte ihr Können, das sie innerhalb von nur sieben Monaten auf ihrem Instrument erlernt hat. Rockig ging es weiter mit Anna Scheuerer (5d), die mit ihrer „Rock'n'Roll Music” die Zuhörer in Bewegung versetzte. Andächtig und gefühlvoll erklangen „Dona nobis pacem”von Franziska Beer (5a) auf der Trompete sowie ein „Irischer Walzer” von Deborah Gatawis (5b), die mit ihrem zarten und präzisen Harfenspiel überzeugen konnte. Vitus Grimminger (5b) und Florian Müller (5a) erhielten viel Applaus für ihre Interpretationen von „Auf dem Garten” bzw. „Carneval von Venedig”. Von Italien ging es weiter in die Karibik, wo das Saxophonduo Sophia Prebeck (5a) und Amelie Hörer (5b) so manchen Spaß mit ihrem „Bananenboot” zu bieten hatten. Königlich festliche Stimmung kam bei „Pomp and circumstance” und der Bläserklasse sechs auf, die dem Publikum ihre Fortschritte im zweiten Lernjahr präsentieren konnte. Die Drillinge Deborah, Johannes und Rebecca Gatawis (5b) boten eine mehr als gelungene Überfahrt von Frankreich nach Venezuela mit einer Bourrée und dem südamerikanischen Walzer „La Perica”, von wo aus die drei jungen Trompeter Benedikt Berleb, Julia Biberger (5a) sowie Sabrina Tilp (5b) mit „Muss I denn” beschwingt zurück ins Schwabenland führten. Eine ganz lässige Vorstellung bot der Pianist Michael Wimbeck (5a) als er seinen jazzigen „Pink Panther” durch die Aula schleichen ließ. Emotionalität und Ausdruck prägten hindessen die Interpretation des „First Kiss Rock” durch Laura Löb (5a), während Rebecca Gatawis (5b) und Julia Hemmersbach (5d)  als Flötenduo eine Bourrée und der vielseitige Johannes Gatawis (5b) als Pianist die Invention I gekonnt und sicher musizierten und so, mit J.S. Bach, in die Epoche des Barock vordrangen. Dass Avril Lavigne keine Barockkomponistin ist, dürfte klar sein. Und doch fand der Unterstufenchor unter der Leitung von StD Justwan den Anschluss an J.S. Bach mit den Songs Sk8terboy bzw. Complicated der kanadischen Sängerin. Ein weiterer Sprung in der Musikgeschichte um knapp 450 Jahre zurück, den die Streicherklasse der sechsten Jahrgangsstufe mit drei Stücken von Susato meisterte, zeigt, dass Rock und Renaissance nicht zwingend gegenläufig und unvereinbar sind. Mit einer weiteren Zeitreise in die Jugend mancher Eltern warteten die drei Saxophonisten Nicolas Goschler, Nicole Wagensonner und Axel Frank aus der sechsten Klasse auf, als sie ABBAs „Mamma mia” schwungvoll neu interpretierten. Nicolas Großmann und Leon Hutschenreuther (6b) zeigten absolute Sicherheit auf ihren Posauenen trotz der unterschiedlichen Stile ihrer beiden Stücke. Dass sie schon sehr früh einen eigenen, faszinierenden Kompositionsstil entwickelt hat, stellt Lena Lohmeier (6a) am Klavier eindrucksvoll unter Beweis, indem sie ihr selbst geschriebenes „Opus Primus” gefühlvoll und ausdruckstark vortrug. Veronika Böhm zeigte im Duett mit StD Ottowitz, dass sie als Schülerin der fünften Klasse bereits als weit fortgeschritten auf ihrem Instrument, der Violine, anzusehen ist, was sowohl Lisa Prebeck (6b) als auch Marco Ziegler (7a) am Klavier beweisen konnten. Festlich wurde es in der neuen Aula des BGM als die Bläserklasse fünf zu einem Meisterwerk der Musikgeschichte, nämlich Beethovens neunter Sinfonie ausholte. Nach nur sieben Monaten, in denen sie intensiv auf ihrem Instrument ausgebildet wurden, ist es faszinierend zu sehen, wie schnell diese Arbeit Früchte tragen kann. In die Welt des barocken Adels entführte im Anschluss die junge Flötistin Fabienne Brauckhoff (7a) mit zwei Menuetten von J.S. Bach. Franziska Morgen (7a) zeigte mit schönem Ton gesangliche Melodien auf der Flöte, gefolgt von Hanna Koch (7a), die dem Publikum mit ihrem Klavierspiel eine venezianische Romance erzählte. Ein Duo für zwei Querflöten von Boismortier interpretierten Franziska Lindner und Michaela Michalke (8a) und zeigten dabei harmonisches Zusammenspiel. Träumerisch und emotional erschien „River flows in you” mit Laura Spanner (7b) am Flügel sowie die Romanze für zwei Klarinetten von Beethoven, vorgetragen von Valentina Egger und Franziska Zöttl, beide Schülerinnen der neunten Jahrgangsstufe. Den Abschluss dieses beeindruckenden Konzertabends bildete das Unterstufenorchester, das den Frank Sinatra Klassiker „Strangers in the night” erklingen ließ. Bevor die Zuhörer den Weg nach Hause antraten, wurden sie jedoch von den jungen Musikern noch in die Wüste geschickt, mit ihrem „Camel Ride” der den bombastischen Schlusspunkt des Konzerts darstellte, das mit vielen talentierten Instrumentalisten davon zeugte, dass das Burkhart-Gymnasium auch in der Zukunft musikalisch sehr gut aufgestellt sein wird.

 

Sebastian Ottowitz



Musikalische Vielfalt und Qualität am BGM

 

Mallersdorf-Pfaffenberg (so): Diverse Stilrichtungen quer durch die vergangenen Jahrhunderte bis heute umfasste das umfangreiche Programm des Kammerkonzerts der Mittel- und Oberstufe des Burkhart-Gymnasiums Mallersdorf am vergangenen Mittwoch. Stücke aus Pop, Jazz, Klassik oder Romantik wurden von jungen Solisten und kleinen Ensembles interpretiert. Das ca. 200köpfige Publikum kam bei diesem, gut zwei Stunden füllenden Programm aber kaum in Versuchung auf die Uhr zu blicken, da es von Anfang an von den Musikern in deren Bann gezogen wurde. 

Sanft begann die Jazzband mit „Moon River" sowie „Harlem Nocturne", nur um mit „Turn the beat around" ein erstes rockiges Ausrufezeichen zu setzen. Auf diesen Zug sprang Daniel Harlander (10d) gekonnt mit „Boulevard of broken dreams" auf, bekannt aus den Charts vergangener Jahre. Im Anschluss führten vier Gitarristen aus den Klassen elf bis 13 den Zuhören aber ein ganz anderes Bild vor die Augen und zeichneten durch zwei Stücke von Maneiro bzw. Zanetti die Umgebung einer mittelalterlichen Burg in die neue Aula des BGM. Esther Schmid (Q11) stellte wie einst John Denver 1981 gefühlvoll die Frage nach der Liebe mit „Perhaps Love", welche Anna Schmalzl (Q11), begleitet von Esther Schmid und Max Kaiser (Q11), in ihrem selbstkomponierten Song „Feelings of Love" aufgriff und mit ihrem Lied kaum hinter den Stars der Popbranche zurückbleibt. Ein Saxophon-Trio führte mit einem markanten Tango über zur nächsten Ballade „More than words", gefühlvoll und zweistimmig sauber intoniert von Silvia Milde (10a) und Franziska Schönhofer (10c). Ihr Auftritt und auch der darauf Folgende von Michael Bothner (K13) an der Gitarre sind Zeugen dafür, dass leise Musik auf keinen Fall Langeweile sondern Emotion beim Zuhörer erzeugen kann. Der neugegründete, rund 20 Sänger fassende Popchor erweckte mit Elton Johns „Circle of Life" Erinnerungen an König der Löwen und ließ das Publikum bei „Stand by me" ins Grooven kommen. Ein weiteres Highlight war die von Verena Dobmeier (K12) selbst arrangierte Pastorale für kleines Orchester von Liszt, die der Komponist selbst wohl mit großer Zustimmung vernommen hätte. Unglaublich ausdruckstark und dynamisch entlockte Christina Kaiser (K13) dem Flügel eine romantische Nocturne, gefolgt von der wunderbar stilsicheren Interpretation eines Flötenquartetts von Mozart, dem Meister der Wiener Klassik. Sein Zeitgenosse Beethoven wäre stolz auf den Sturm gewesen, den Stefan Denk (K13) mit dessen eben so betitelter „Sturmsonate" in der Aula durch sein kraftvolles und zugleich einfühlsames Klavierspiel entfachte. Diese Energie wurde wirklich „Wunderbar" vom Gesangsduett Lisa Stingl (K12) und Stefan Handschuh (K13) umgesetzt, indem sie die Zuhörer plötzlich ins Musicaltheater entführten. Verena Lederer (K12) überzeugte daraufhin mit ihrer an Norah Jones erinnernden, souligen Stimme und dem eher sanften „With or without you" der irischen Band U2. Die grünen irischen Wiesen auf denen die Schäfer umherziehen skizzierten Silvia Milde (10a) und Daniel Harlander (10d) mit ihrem Stück „Pan and the shepherds", gefolgt von einer sehr musikalisch interpretierten „Air varié" für Violine und Violoncello. Durch die in „Silver seven" swingende Bläsergruppe bestehend aus Flöten und Klarinetten landeten die Zuhörer an der „Copacabana" wohin sie der Chor des Leistungskurses Musik mit Samba-Rhythmen entführte. Bis in schwindelerregende Höhen wagte sich das Celloquartett mit einem meditativen Stück von Apocalyptica vor, was durch die geballte Sangeskraft des Männerchores eindrucksvoll kontrastiert wurde. Mit ihrem mächtigen Gesang über Barbarossa sowie einem mit Choreographie inszenierten Song, bei dem Stefan Handschuh als Solist begeisterte, überzeugten die knapp 20 jungen Männer um StD Gerhard Justwan zum wiederholten Mal. Abgeschlossen wurde dieser herausragende Konzertabend von einem zweifachen Novum: Zum einen wurde von Miriam Blaimer(10c) und Verena Eigner (Q11) die Vergänglichkeit zwischenmenschlicher Beziehung in „Without ... fail" durch einen modernen Tanz ausgedrückt, bei dem sie mit Geschick und Beweglichkeit verzauberten und die erste Aufführung eines Ausdruckstanzes überhaupt im Rahmen eines Konzerts des BGM vollzogen. Das zweite Novum war die abschließende Combo „Swingin' Monkeys", die als erste Band ohne Sänger aber dafür mit einer facettenreichen Mischung aus diversen Jazzrichtungen und dem herausragenden Saxophonisten Leonhard Landes (K13) dem Abend den richtigen, lockeren Ausklang gaben. StD Vetter, Stellvertretender Direktor des BGM, lobte resümierend vor allem die Vielfalt, die der Konzertabend geboten hatte und die dabei offenkundig gewordene und nicht selbstverständliche Qualität, die im künstlerischen Bereich am BGM vorhanden ist, eindrucksvoll von den SchülerInnen an diesem Abend aber auch beispielsweise in vergangen Theateraufführungen belegt.

 

Sebastian Ottowitz