Weimar -

eine Tür in die Welt der Literatur steht offen

Weimar 2009
Weimar 2009

Goethe und Schiller, die Giganten der Klassik - wer kennt sie nicht? Wir folgten den Spuren ihrer Vergangenheit und stießen dabei auf wichtige Stationen in ihrem Leben: ihre Wohnhäuser, die Anna Amalia Bibliothek, das Nationaltheater und vieles mehr. Wir, das sind der Grund- und der Leistungskurs Deutsch von Frau LAssin Kuhn und StR Thammer. Zusammen machten wir uns mit den Kursleitern am Donnerstag, den 8. November, sofort nach Schulschluss auf den Weg um diese Tür in die Welt der Literatur zu öffnen.

Unser erster Schritt führte uns abends ins Nationaltheater, wo „Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller in einer modernen Inszenierung aufgeführt wurde. Zwar noch ermüdet von der langen Anfahrt, folgten wir dennoch mit wachsender Spannung dem Schauspiel auf der Bühne. Der effektvolle Einsatz der Drehbühne und weißer Luftballons sowie überzeugende Darsteller machten den Theaterbesuch zu einem besonderen Genuss für uns Zuschauer.

Der nächste Tag begann mit einer Stadtführung durch uns Schüler mit Kurzreferaten. Kalter Wind pfiff uns dabei um die Ohren, doch unserem Enthusiasmus konnte dies nichts anhaben. Laut Tagesplan sollte eine Besichtigung des Stadtschlosses erfolgen, aber ein Wink des Schicksals ermöglichte uns stattdessen den Eintritt in die nach einer Renovierung wiedereröffnete Anna Amalia Bibliothek. Ergriffen von dem Ambiente gingen wir mit unseren „Audio - Guides", die eine Führung ersetzten, durch die majestätischen Reihen von Büchern, streng beobachtet von den allerorts stehenden Büsten. Hierbei stachen uns besonders die großen Lücken in den Bücherregalen in die Augen. Einem Mahnmal gleich schienen sie uns auf den Brand vor drei Jahren hinzuweisen. Noch immer beeindruckt von der Bibliothek eilten wir schließlich zur Fürstengruft, um dort an den Särgen Goethes, Schillers und Herzog Carl Augusts zu verweilen.

Weimar 2009

Ein Besuch Weimars verlangt natürlich auch eine Besichtigung von Goethes und Schillers Wohnhäusern. Die unterschiedlichen Vermögens- und Lebensverhältnisse sind an den Häusern ersichtlich. Schillers Heim ist klein und schlicht. Er hatte nur einen einzigen Diener, der Mädchen für alles war. Goethes Haus hingegen begeistert in seiner Pracht und Größe. Die Zimmerwände sind in bunten Farben, gewählt nach seiner Farbenlehre, gestrichen und jedes Zimmer ist vollgestellt mit Büsten antiker Gottheiten und von Goethes Freunden. Goethe hatte mehrere Bedienstete und nannte eine Bibliothek von 7000 Büchern sein eigen. Eine große Zimmerflucht im oberen Stockwerk verschafft auch heute noch einen Eindruck von Goethes reicher Besoldung und seinem Faible für Italien. Auch Goethes Gartenhaus ließen wir uns nicht entgehen, war es doch ein wichtiger Bestandteil in des Dichters Leben. So bot es ihm zum Beispiel die nötige Ruhe für die Arbeit an seinen Werken sowie Entspannung und Erholung.

Der Abend vor unserer Abfahrt wurde zu etwas Besonderem. Hier gingen wir geschlossen Pizza essen und hier zeigte sich wie sehr die Gruppe - einschließlich der Lehrer - im Laufe der Studienfahrt zusammengewachsen war.

Am Tag der Abfahrt stand dann noch ein letzter Termin auf dem Programm: der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Dieser erinnerte uns daran, dass Weimar auch eine finstere Vergangenheit hat. Das Naziregime hat auch vor dieser Kulturstadt keinen Halt gemacht. Zeugnis dieser Gewaltherrschaft in Weimar ist das schon erwähnte Konzentrationslager Buchenwald. Hier berichten Appellplatz, Verbrennungsöfen und viele weitere Mordeinrichtungen von den unmenschlichen Verbrechen, den Massenmorden und der Zwangsarbeit vor gar nicht allzu langer Zeit. Als sehr informativ erwies sich bei unserem Besuch aber auch die Ausstellung im Kammergebäude des Konzentrationslagers. Hierbei wurde mit Bildern, Informationstexten und Ausstellungsstücken das Vergangene aufgearbeitet. Nachdenklich gestimmt machten wir uns schließlich auf den Heimweg.

Weimar 2009

Trotz Erschöpfung von den Strapazen und Erfahrungen der letzten Tage, waren wir uns wohl bewusst: Diese Studienfahrt wird uns unvergesslich sein. Deshalb entsenden wir von hier aus noch ein dickes Dankeschön an Frau Kuhn und Herrn Thammer, die uns das alles ermöglicht haben!

 

Carina F., Lk D 12